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Aggressive Medien kostengünstig erden – Virtuelle Erdung für Durchflussmessgeräte
Magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte (MIDs) der KROHNE OPTIFLUX-Serie sind seit vielen Jahren bewährte Messgeräte zur Erfassung des Volumendurchflusses von elektrisch leitfähigen Flüssigkeiten. In bestimmten Applikationen kann die herkömmliche Erdung von MIDs jedoch Probleme bereiten: Wenn es sich beispielsweise um aggressive Medien handelt, müssen die Erdungsringe bei konventioneller Vorgehensweise meist aus teuren Sondermaterialien hergestellt werden.
KROHNE hat für dieses Problem eine Lösung entwickelt: die „virtuelle Referenz“ oder „virtuelle Erdung“, ganz ohne Erdungsringe und -elektroden.
Die Alternative zur klassischen Erdung
Bei der virtuellen Erdung wird der Messwertaufnehmer ohne Erdungsringe oder Erdungselektroden in die Rohrleitung eingebaut. Der Eingangsverstärker des Messumformers IFC 300 erfasst die Potentiale der Messelektroden und erzeugt nach einer patentierten Methode daraus eine Spannung, die dem Potential der ungeerdeten Flüssigkeit entspricht. Diese Spannung wird als Referenzpotential für die Signalverarbeitung verwendet. Damit tritt für die Signalverarbeitung keine störende Potentialdifferenz zwischen dem Referenzpotential und der Spannung an den Messelektroden auf. KROHNE hat sich diese Methode zur virtuellen Erdung von MIDs patentieren lassen und setzt sie auf Wunsch bei allen Geräten der OPTIFLUX-Serie in Verbindung mit dem Messumformer IFC 300 ein.
Vorteile gegenüber der klassischen Erdung
Bei der virtuellen Erdung sind keine zusätzlichen, messstoffberührenden Erdungsmittel wie Erdungsringe mehr nötig. Dadurch ergeben sich niedrigere Kosten und ein weitaus einfacherer Einbau. Dieser Vorteil ist nicht zu unterschätzen, da eine falsche Erdung die häufigste Fehlerursache bei der Inbetriebnahme eines MIDs ist. Auch bei Potentialunterschieden in der Anlage besteht kein Risiko der elektrolytischen Zerstörung wie bei der Verwendung von Erdungselektroden. Es fließen keine Ausgleichsströme über Messstoff und Erdungsleitungen.
Entwickelt für schwierige Applikationen
KROHNE MIDs mit virtueller Erdung können auch in Anlagen eingesetzt werden, bei denen Spannungen und Ströme auf der Rohrleitung liegen, wie es z.B. bei Elektrolyse- und Galvanik-Anlagen der Fall ist. Bei diesen Applikationen müssen aufgrund der hochaggressiven Medien üblicherweise Erdungsringe in Sondermaterialien wie z.B. Tantal, Nickel oder Titan verwendet werden. Bei einer Nennweite von z.B. DN 100 kommt hier ein beträchtlicher Investitionsaufwand zustande. Ein vollständiger Verzicht auf die Erdungsringe und der Einsatz der MIDs mit virtueller Erdung ist in diesem Fall die wirtschaftlichste Lösung. Die virtuelle Erdung ist grundsätzlich ab einer Nennweite DN 10 und ab einer Leitfähigkeit ≥ 200 µS/cm möglich. Sind diese Bedingungen erfüllt, können die KROHNE MIDs in allen Anlagen eingesetzt werden, in denen eine klassische Erdung aus den genannten Gründen problematisch ist.
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